Reisebericht Iran - ein kulinarisches Abenteuer Teil 1

Von Julia Sorouri 

Im Sommer 2016 war ich für ungefähr drei Wochen im Iran.

Bevor ich dort hingefahren bin, hatte ich keine besonders genaue Vorstellung von dem Land. Ich habe "Persepolis" gelesen (das war aber schon ungefähr 10 Jahre her), was mir sehr gut gefallen hat, aber in der Geschichte spielte für mich eher die Identifikation mit der Hauptfigur und ihrem Humor eine Rolle und weniger das Land an sich. 

Zur Vorbereitung habe ich ein Buch über den Iran gelesen und ein paar Berichte auf irgendwelchen Reiseblogs, weil ich mir nicht sicher war, was ich anziehen kann. Im Anschluss habe ich ein paar komische Klamotten gekauft, die ich sonst niemals anziehen würde, die mir aber angemessen erschienen (hat sich als übertrieben herausgestellt) und mich bei Freunden und Verwandten erkundigt.

Alles weitere dachte ich, werde ich ja dann sehen, wenn ich dort bin.

Mein erstes Essen im Iran bestand aus einem Burger und Cola um 6 Uhr morgens am Flughafen von Teheran. Ich war so müde vom Flug über Nacht, dass es mir komplett egal war, was ich esse, Hauptsache, ich esse irgendwas. Die Cola-Dose sah genauso aus wie zuhause, nur mit persischen Schriftzeichen. Die Cola dagegen schmeckte irgendwie süßer. Ein Gerücht besagt, dass in iranischer Cola noch mehr Zucker ist als normalerweise schon. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber ich finde es irgendwie lustig.

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TEHERAN

Der erste Tag in Teheran - Willkommen im Land des guten Geschmacks

Am ersten Morgen im Hotel in Teheran gab es ein dünnes Fladenbrot mit exakt symmetrisch gestanzten Löchern, dazu Marmelade und Frischkäse. Wir hatten auch Nutella von zuhause dabei (ein Glas für uns und eins für die Kinder als Geschenk). Dazu schwarzen Tee, denn im Iran trinken die Menschen kaum Kaffee. Schwarzen Tee dagegen gibt es überall und zu jeder Zeit, er ist ein wichtiger Bestandteil der persischen Esskultur. Häufig wird schwarzer Tee mit Kandiszucker (oft mit Safran, das ergibt einen ganz eigenen, unglaublichen Geschmack) oder Würfelzucker gesüßt. Hierbei verrührt man den Zucker nicht in der Tasse, sondern nimmt ein Stück in den Mund und trinkt einen warmen Schluck Tee, sodass der Zucker im Mund zerfließt.

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An diesem ersten Tag in Teheran kam ich mit frischem Obst vom Basar in Berührung. Iraner kaufen anders ein als ich es von Deutschland gewohnt bin. Nimmt man hier beispielsweise 3 abgepackte Limetten in einem Netz mit, tragen Iraner tütenweise davon mit nach Hause. Das ganze Obst und Gemüse liegt massenhaft zum Mitnehmen bereit, an jeder Ecke gibt es solche Stände. Lastwagen voller Wassermelonen fahren an einem vorbei. Solche Mengen an frischem Obst und Gemüse habe ich in einem deutschen Supermarkt noch nie gesehen.  

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Ich wurde aufgefordert, "Königsbeeren" zu probieren (wir kennen sie hier als Brombeeren). Wer glaubt, jemals Brombeeren probiert zu haben, kann alles darüber vergessen, wenn er die iranische Variante probiert. Der Geschmack ist dermaßen kräftig, würzig, süß und so voller Aroma, dass man praktisch die Wärme der Sonne, in der sie gereift sind, im Mund spürt und dazu den Geschmack tausender, würziger Aromen, alles auf einmal, es ist einfach total intensiv und wundervoll.

Ich wollte nie wieder etwas anderes essen, glücklicherweise haben wir gleich mehrere Eimer voller Beeren gekauft.

Ein ähnliches Geschmackserlebnis stellen eigentlich alle Früchte und auch das Gemüse dar. Ich probierte direkt hintereinander Aprikosen, Nektarinen, Pfirsiche, Honig- und Wassermelone, Granatapfel, Gurken, Tomate und Aubergine.

Besonders Gurken und Tomaten kommen mir in Deutschland jetzt oft sehr wässrig und geschmacksarm vor, seit ich einmal erlebt habe, wie sie "eigentlich" schmecken. Ich liebe Obst ja sowieso über alles, daher war Iran für mich natürlich auch in dieser Hinsicht einfach klasse. Man will dort einfach gesund leben, weil es alles so tierisch gut schmeckt.

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Am Abend gab es Lammspieße in einem kleinen Imbiss, der ziemlich unspektakulär aussah und nicht gerade liebevoll eingerichtet war. Das war aber egal, weil das sehr gute Essen die Umgebung direkt relativiert hat.  Zu den Spießen bekam man eine gegrillte Tomate, frische Limette, eine Packung Joghurt und einen Korb voller frischer Kräuter, darunter Minze und Thai-Basilikum. Wer das nicht kennt: Thai-Basilikum hat einen ganz speziellen Geschmack, der mich an Anis erinnert. Schmeckt hervorragend mit Fleischgerichten, z.B. gegrilltem Huhn.

Zu Trinken gab es Doogh (das ist ein Joghurtgetränk, ähnlich dem türkischen Ayran, allerdings mit Kohlensäure und Pfefferminz, sehr erfrischend), Cola, Fanta, Istak (schmeckt wie Malzbier, gibt es in diversen Geschmacksrichtungen wie Ananas, Brombeere, Granatapfel...) oder Wasser.

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Damit ging der erste Tag zu Ende. Zufrieden und mit vollem Bauch lag ich im Bett, in dieser riesigen Stadt, über deren staubige Dächer ich von meinem Hotelzimmer aus blicken konnte. In meinen Gedanken wirbelten die bunten Bilder und Eindrücke des Tages umher und ließen mich langsam in den Schlaf sinken.

Iran ist so spannend.

 

ISFAHAN

Safran-Eiscreme in der blauen Stadt

Blau ist die Farbe von Isfahan, man findet hier sehr viele blaue Gebäude und Wasseranlagen mit türkisen Kacheln. 

Der absolut extremste Geschmack nach der "Königsbeere" ist definitiv der von Faludeh. Das ist persisches Eis, welches aus gefrorenen Glasnudeln (!) mit Zitronensaft und Rosenwasser besteht, zu welchen Eiscreme gegeben wird. Das schmeckt genauso krass, wie es sich anhört und ist so ungefähr das Einzige, was einen Tag im Basar in Isfahan bei ca. 35 Grad in der Mittagshitze mit langärmliger Kleidung(und Turnschuhen, am Anfang bin ich immer mit Turnschuhen rumgelaufen. Keine gute Idee, die Füße kochen darin) überleben lässt. Der erste Löffel war wie die Auferstehung in Sachen Geschmack, ich war direkt verfallen.

Außer Faludeh gibt es noch "Bastani", das heißt "Eiscreme" auf persisch. Bastani wird häufig wie ein Sandwich zwischen zwei Waffeln gegessen.

Am besten fand ich die Kombination von beidem: Faludeh mit Safran-Eis. Der Geschmack ist einfach nur fantastisch und mit nichts zu vergleichen, was ich von vorher kannte. Fährt man in ein fremdes Land, erlebt man häufig Sachen, die einfach überhaupt nicht sind, wie das, was man kennt. Es ist ein wundervolles, aufregendes Gefühl und man muss sich einfach völlig darauf einlassen.

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Eine Sache, die mir sehr gut gefällt (neben all den anderen Sachen, die mir an Iran gefallen), ist, dass man von jedem Restaurant das Essen auch mitnehmen kann. Eines Abends gingen wir los, um für die Gäste und uns etwas zum Abendessen zu holen. Wir liefen durch kleinere Straßen in Isfahan, es war warm und ruhig. Zwischen den Bäumen leuchteten immer wieder Lichter, aus Fenstern, von Laternen oder Lichterketten (im Iran wird sehr viel mit Licht gearbeitet, ganze Straßen sind manchmal rot oder grün. So, wie es hier um Weihnachten herum Lichterketten in Bäumen oder entlang großer Straßen gibt, kann man so etwas im Iran zu jeder Jahreszeit erleben). 

Der Mann im Restaurant nahm unsere Bestellung auf und packte alles in Plastikdosen, sodass wir es gut tragen und zuhause in Ruhe essen konnten. Ich entschied mich für Djudje Kabap, das sind gegrillte Hühnchenspieße mit Safran, Grilltomate und Reis. Eine kleine Packung Butter, frische Limette, Kräuter und Joghurt bekommt man immer mit dazu.

Das Fleisch war ungeheuer zart und saftig, der Saft der Limette darüber machte es besonders frisch.

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Insgesamt kann ich sagen, dass die Qualität des Essens immer sehr gut war. Ich habe kein Essen probiert, welches ich schlecht gekocht oder fad fand. Selbst in der einfachsten Imbissbude bekommt man immer frische Kräuter und gutes, frisches Essen.

Die iranische Küche hat ein breites Spektrum an Gerichten zu bieten. Besonders beliebt sind Grill- oder Soßengerichte, wie Gheime Bademjun (für immer mein Lieblingsessen), das ist Lammfleisch mit cremiger Aubergine, Tomaten und halben Kicherbsen (Lapeh auf persisch, da ist eine Art Linse, die diesen verwirrenden Namen trägt - keine Kichererbse) oder Ghormeh Sabzi, ebenfalls Lammfleisch mit einer ganz bestimmten Mischung aus Kräutern,  roten Bohnen und getrockneter Limette. Den Geschmack von Ghormeh Sabzi kann man nicht erklären, man muss das einfach erlebt haben. 

Alle Gerichte werden mit Reis serviert. Neben schwarzem Tee ist Reis, das, was Iran ausmacht und ich habe nirgendwo so guten, so duftenden Reis gegessen, wie dort. Es gibt Reis in unendlich vielen Varianten und Farben, roter Reis mit Kirschen, grüner Dillreis, gelber Safranreis usw. Eine Spezialität ist Shirin Polo, "Hochzeitsreis" genannt, mit Berberitzen und Pistazien, dazu Huhn. 

Eine iranische Besonderheit ist Tahdig, das ist der Boden des Reis, welcher zu einer  Kruste gebacken wird. Der Reis wird oft als eine Art Kuchen serviert und Tahdig hält die Form zusammen. Es gibt Tahdig auch in allerlei Varianten, z.B. mit Kartoffelscheiben, die auch gerne in Form von Blüten angeordnet werden.  

Schließe ich die Augen und denke an Iran, kommen mir wunderbare, ungewöhnliche Düfte von Safran, Rosenknospen und Kardamom in die Nase, ich spüre die Wärme der Sonne und der Freundlichkeit der Menschen und in meinem Mund breiten sich die Geschmäcker von Limettensaft, Melonen, Brombeeren, Safran und Berberitzen aus.

 

Wie es weitergeht, erfahrt ihr in Teil 2

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  • Wow

    Das hört sich alles so wundervoll an und mir läuft das Wasser im Munde zusammen - ich will das schon seit einer ganzen Weile: ich muss unbedingt einmal in den Iran!

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