Reisebericht Iran - ein kulinarisches Abenteuer Teil 2

Von Julia Sorouri 

Nachdem ich in Teil 1 schon von meinen Abenteuern in Teheran und Isfahan erzählt habe, geht es jetzt mit Shiraz weiter..

 

SHIRAZ

Der heißeste Tag meines Lebens

Mit dem Bus von Isfahan nach Shiraz dauert es ca. 7 Stunden. Man kann sich hinlegen und die Schuhe ausziehen, wenn man will. Der Bus hat bequeme Sitze, die man weit nach zurücklehnen kann, eine Klimaanlage (die unglücklicherweise direkt auf meinen Kopf strahlte und mein Gehirn gefrieren ließ) und das Beste: man bekommt ein Lunchpaket und soviel Wasser, wie man will. Dafür gibt es keine Toilette, aber man hält oft genug an.

Die Uhr zeigt in jedem Bus eine andere Zeit an.

Das Lunchpaket bestand aus diversen Keksen und Kuchen (ein leckerer Keks mit Dattelfüllung hatte es mir besonders angetan), dazu Ananassaft oder ein Zeug, auf dessen Packung “Drinkable Banana Dessert” steht. Es schmeckt zu süß und irgendwie komisch.

Außerdem bekommt man manchmal Lavashak, das ist eine Art Fruchtriegel. Obst wird zu einem Gelee gekocht, auf einer Platte dünn ausgebreitet und getrocknet. Lavashak gibt es in unzähligen Geschmacksrichtungen und das Beste: es ist zu hundert Prozent natürlich und (meistens) ohne zusätzlichen Zucker. In der Regel besteht es aus dem jeweiligen Obst, zb Kirschen, Zitronensaft und einer Prise Salz. Das Ergebnis ist frisch, fruchtig, sauer und ungewöhnlich. Definitiv eine sehr iranische Sache, die ich zuvor noch nie gesehen habe.

Getraenke-Bus

Den heißesten Tag meines Lebens habe ich in Shiraz erlebt, es waren ca. 46 Grad und wir wanderten durch die alte Ruinenstadt Persepolis.

An einem kleinen Kiosk in der Nähe wurden frische Säfte verkauft. Eisgekühlter Saft von Honigmelonen oder frisch gepresster Orangensaft lassen einen diese ungewohnte, extreme Hitze überstehen und sind unendlich lecker.

Zwischendurch habe ich erwartet, dass irgendwann die Bauchschmerzen einsetzen müssen, von der Masse an Orangensaft, Cola und Melonensaft, aber es ist nichts passiert.

Mein Magen scheint iranfreundlich zu sein.

Die beiden auf den ersten Blick seltsamsten Getränke sind Tokhme Sharbati und Khakshir. Die bekommt man wirklich überall, jeder Kiosk und jeder Getränkestand verkauft sie in riesigen Behältern, die mich an Slush-Eismaschinen erinnern, da sie unablässig die Flüssigkeiten hin- und herwirbeln.

Tokhme Sharbati besteht aus Chia- oder Basilikumsamen, die in Wasser aufgelöst werden. Dadurch nehmen sie eine geleeartige Form an, die sich sehr lustig und glibberig im Mund anfühlt.

Khakshir besteht aus kleinen, braunen Samen, die man auf deutsch “Wegrauke” nennt (auf englisch heißen sie “London Rocket”). Diese Samen werden mit Wasser vermischt und mit etwas Rosenwasser und Zucker versüßt.

Khakshir wird im Iran als eine Art Allzweckwaffe benutzt. Kommen Gäste zu Besuch, bietet man das Getränk gerne an, vor allem im Sommer ist es sehr beliebt, weil erfrischend. Aber auch bei Magenproblemen, Hautunreinheiten oder Völlegefühl wird gerne Khakshir empfohlen.

Aus Shiraz kommt auch der berühmte Shirazi-Salat, ein Basic der persischen Küche, bestehend aus Gurke, Tomate und Zwiebel (man bekommt übrigens zu jedem Essen eine rohe Zwiebel, die man zusammen mit dem Gericht isst) und Masghati, eine spezielle, weiche Süßigkeit, die aus Stärke, Wasser, Zucker und Rosenwasser gemacht wird. Masghati gibt es in vielen Varianten, mit Cashewkernen, Pistazien, Mandeln, Berberitzen und Kardamom. Oft ist es aufwendig mit Rosenblättern oder geraspelten Nüssen verziert.

Wir haben Masghati in einer Süßwaren-Boutique in Shiraz gekauft, in der elegant gekleidete Frauen  die Packung öffneten und uns die süßen Bissen zum Probieren anboten. Masghati schmeckt so, wie der Laden roch - als sei man in einem Parfumgeschäft für die Geschmackssinne.

 

 

ZURÜCK IN ISFAHAN

Auf der Suche nach Spaghetti

Back in Isfahan oder Esfahan, wie die Einheimischen sagen.

Nach fast drei Wochen nur Reis lechzte ich nach Spaghetti und versuchte, irgendwo welche aufzutreiben. In einem bis zur Decke vollgestopften Laden für wirklich alles, was der Mensch begehrt, von Shampoo (Knoblauch- und Safranshampoo) über Linsen bis zu Handykarten, Sonnenbrillen, Tee, Nagellack, Pistazien oder Kosmetikartikeln, entdeckte ich schließlich eine Art Spaghetti, wesentlich dünner, als die von zuhause, aber hey, ich war glücklich.

Am Abend gab es iranische Spaghetti mit Hackfleisch, Curry und Kurkuma, im Topf gemischt und lange gezogen, damit die Nudeln die ganze Soße aufsaugen.

Nach dem Besuch im Basar und dem Naqsh-e Jahan Square, einem wunderschönen, unendlich riesigen Platz in der Mitte der Stadt, landeten wir - wieder auf der Suche nach etwas Essbarem-  in einem Fast-Food-Restaurant. Der Mann an der Theke sagte, die Burger seien “genau wie von McDonalds”, das sollte uns wohl zum Bleiben überzeugen.

Tatsächlich hatte der Burger überhaupt gar nichts mit McDonalds zu tun - er sah einfach richtig frisch und lecker aus und bestand aus einem Baguette mit Fleisch, sauren Gurken, Zwiebeln und Petersilie.

Im Basar war es voll und warm. Es duftete nach tausend Gewürzen und Blumen, in den schmalen Gängen und und unzähligen Abzweigungen kann man leicht den Überblick verlieren. In der Mitte des Ganges standen Schalen mit frischen Datteln, die man sich einfach umsonst nehmen und essen durfte, eine besondere Aufmerksamkeit der Ladenbesitzer.

Gewuerze-Basar

Im Hotel Abbasi, einem sehr berühmten und prachtvollen Hotel, servierte man mir Ashe Reshteh.

Diese iranische Spezialität ist eine Art Nudelsuppe mit verschiedenen Bohnen, Knoblauch, Minze und Joghurt. Die Nudeln saugen sich mit der Flüssigkeit voll und werden dick und weich.

Das Hotel Abbasi ist 300 Jahre alt und sehr beeindruckend. Königin Elisabeth von England soll hier angeblich schon übernachtet haben.

Die prachtvollen Räumlichkeiten geleiten den staunenden Besucher zum Innenbereich, welcher mit Blumen und Wasseranlagen ausgestattet ist. Hier kann man auch essen, ohne zu übernachten. Für viele Iraner und auch Touristen ist dies eine wundervolle Gelegenheit, ein paar Stunden in der luxuriösen Umgebung zu entspannen und sich mit Köstlichkeiten den Bauch vollzuschlagen.

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Mein letztes Essen im Iran war eins der Besten - Berjun habe ich am vorletzten Tag probiert und liebe es seither. Dieses wunderbare und ungewöhnliche Gericht besteht aus Lammfleisch, welches zusammen mit Gewürzen wie Kurkuma und Zimt lange gekocht wird, um anschließend durch den Fleischwolf gedreht zu werden. Dadurch wird es ganz weich und breiig. Dieses Fleisch wird auf dünnem Fladenbrot serviert. Man reißt ein Stück Brot ab und nimmt sich damit etwas von dem Fleisch. Dazu benutzt man kein Besteck, man greift einfach mit dem Brot danach.

Dazu sollte man unbedingt rohe Zwiebel und Kräuter (frische Minze, Thaibasilikum) essen. Der Geschmack von allem zusammen ist wieder einmal unglaublich.

Berjun

Berjun ist schon wieder eins meiner Lieblingsessen. Bevor ich in den Iran gefahren bin, habe ich öfter ein fröhliches “Viel Spaß beim Fett-werden” gehört - was soll ich sagen? Fett bin ich zwar nicht geworden, aber ich kann durchaus nachvollziehen, was damit gemeint war :)

In den Iran zu reisen war für mich eine außergewöhnliche, nachhaltig beeindruckende und sehr positive Erfahrung. Dieses Land, über das ich so wenig vorher wusste, hat mich in allen Bereichen überrascht. Ich mag die Freundlichkeit und den Umgang der Menschen miteinander, die Wärme der Sonne im Sommer, die Natur, die prächtigen Gartenanlagen, Museen und Paläste.

Ich vermisse die Lockerheit und Ungeplantheit der Leute, die Höflichkeit, das soziale Miteinander.

Ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen, sich ein eigenes Bild dieses Landes zu machen. Die persönliche Erfahrung zählt am Ende doch am meisten.

 

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  • Sehr gut!!!!

    Das hört sich alles lecker an. Ich wünschte, es gäbe hier mehr persische Landesküche. Habt ihr Tipps für mich, wo ich spannende Getränke herbekomme?????

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